Konjunkturumfrage Elektrohandwerke Schleswig-Holstein

Gegenwärtige Geschäftslage gut, positive Entwicklung beim Auftragsbestand

Auch im Herbst 2017 ist man bei den Schleswig-Holsteinischen Elektrohandwerksbetrieben wieder zufrieden: 69,2 Prozent bezeichnen ihre gegenwärtige Geschäftslage als "gut", im Gegensatz zu 65,9 Prozent im Herbst 2016 und sogar "nur" 64,1 Prozent im Frühjahr 2017.

Deutlich ist die positive Entwicklung vor allem beim Auftragsbestand: Bei 29,4 Prozent der Betriebe ist er über ein bis zwei Monate gesichert, und bei 25,5 Prozent immerhin zwei Wochen bis einen Monat. Eine eventuelle Unsicherheit dagegen ist deutlich gesunken: Nur noch 9,8 Prozent der Betriebe haben einen bloß bis zwei Wochen gesicherten Auftragsbestand, im Herbst 2016 mussten noch 22,7 Prozent der Betriebe so kurzfristig planen. Das führt dazu, dass deutlich mehr Mitarbeiter als im Vorjahr fehlen: 51,9 Prozent der Betriebe haben Stellen offen (gegenüber 31,8 Prozent im Herbst 2016).

Außerdem hat die Wochenarbeitszeit zugenommen: Unter 35 Wochenstunden wird nirgendwo gearbeitet. Über 35 bis 38 Stunden in 8 Prozent der Betriebe (Herbst 2016: 12,2 Prozent). 76 Prozent der Betriebe melden eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von über 38 bis 40 Wochenstunden (Herbst 2016: 65,9 Prozent), so fleißig ist man in Gesamtdeutschland in nur 59,2 Prozent der Betriebe.

Der Umsatz im Handwerksbereich ist bei 50 Prozent der Betriebe gestiegen (Herbst 2010: 33,3 Prozent). Den größten Anteil am Umsatz erwirtschaftete das Elektrotechniker-Handwerk wie bisher im Bereich Energie- und Gebäudetechnik mit 65,5 Prozent, mit 11 Prozent folgte die Informations- und Telekommunikationstechnik. Spitzenreiter beim IT-Handwerk war mit 2,3 Prozent der Bereich der Geräte- und Systemtechnik.

Christian P. Andresen, Geschäftsführer der Firma Chr. P. Andresen in Niebüll und Tarifausschussvorsitzender von Schleswig-Holstein, ist zufrieden: "Die Auftragslage ist weiterhin sehr gut, die größeren Betriebe sind zum Teil schon sehr langfristig mit Aufträgen gesegnet." Auch die Nachfrage nach Installationsleistungen werde hoch bleiben, sagt er, "das sieht man an den laufenden Ausschreibungen. Nur einen Wermutstropfen sieht er, nämlich die Personalsituation: Diese liege nun einmal auch an der geographischen Lage und der verkehrstechnischen Erschließung, sprich der schwierigen Erreichbarkeit mit U-Bahn und auf der Straße – und ein nicht unerhebliches Arbeitspotential wird auf den nordfriesischen Inseln angeboten.“

Immerhin, die Anzahl der Ausbildungsplätze ist erfreulicherweise einigermaßen konstant. Bei den Zusatzfragen in der aktuellen Konjunkturumfrage ging es wieder um die Digitalisierung, und hier zeigt sich ein gewisser Aufholbedarf bei den Betrieben, wollen sie keine Kunden verlieren: „Ist der Wertschöpfungsverlust in Folge der Digitalisierung bereits in Ihrem Betrieb wahrnehmbar?“ fragten die Forscher. Ja, heißt es seitens der Betriebe, und zwar deutlich: Während vor einem Jahr 9,5 Prozent der Betriebe angaben, dass sie Teile ihrer Wertschöpfung an den Großhandel verlieren, waren es in diesem Herbst 29,6 Prozent. Verluste an die EVU verzeichneten 25,9 Prozent der Betriebe, während es im Vorjahr nur 4,8 Prozent waren. Immerhin, 39,5 Prozent der Betriebe gaben an, ihnen ginge keine Wertschöpfung verloren (Herbst 2016: 38,2 Prozent). 52 schleswig-holsteinische Betriebe haben sich an der Konjunkturumfrage beteiligt, von diesen hat sich bislang keiner an BIM (Building Information Modeling deutsch: Bauwerksdatenmodellierung)-Ausschreibungen oder -Projekten beteiligt. Bei der BIM werden Bauwerke digital, also mit Software, geplant, ausgeführt und bewirtschaftet. Bei 66 Prozent der Betriebe kennt man das Thema nicht, nur bei 8,5 Prozent plant man, sich mit BIM zu befassen.

"Die Befragung zeigt, dass wir den Nutzen der Digitalisierung für das E-Handwerk noch besser vermitteln müssen", sagt LIV-Geschäftsführer Hendrik A. Kilp. "Der digitale Wandel und seine Implikationen sind tatsächlich noch nicht in der Breite unserer Betriebe angekommen. Das Internet bietet zwar neue Absatzwege, doch die werden durch die Betriebe noch nicht umfassend genutzt. Dies liegt sicherlich auch daran, dass die potenziellen Kunden ihre Lösungen individuell und lokal brauchen. Darum muss der Handwerker vor Ort sein, um sich ein Bild zu machen."

Quelle: Landesinnungsverband Elektro- und Informationstechnik Schleswig-Holstein

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